Ein stacheliges Pflegekind

Ich freue mich immer, wenn ich Tieren helfen kann. So helfe ich ab und an ehrenamtlich einer privaten Wildtierpflegestation, wenn sie Hilfe brauchen. Das sind meistens Fahrten von der Pflegestation zum Tierarzt, damit die Patienten versorgt werden. Aber dieses Mal hatte ich einen besonderen Auftrag. Ich sollte Pflegestelle für dieses kleine Igelkind namens "Lotte" werden. Lotte wurde gefunden und in der Wildtierpflegestation angegeben, da sie viel zu klein ist, um diesen Winter überleben zu können.

Dem Aufruf, wer Interesse hätte, einen kleinen Igel aufzupäppeln folgte ich sofort. Ich wollte schon länger mehr als nur fahren sondern auch gerne ein Tier pflegen. Also wollte ich Lotte zu mir nach Hause nehmen. Ich hatte nicht einmal eine Box oder eine Kiste. Also schnell noch in den nahe gelegenen Restpostenmarkt und für ein Stück Plastik in Form von einer Box unverschämte 12.95 € bezahlt. Als ich Lotte dann später abholte und zu Hause hatte, stellte ich fest, dass der Kauf der Box ziemlich sinnlos war und ich der Kleinen mehr Platz bieten wollte. Also richtete ich eine Ecke im Badezimmer als Igelheim ein und übergab sie Lotte als vorübergehendes zu Hause. Man sagte mir Igel würden riechen...alles was ich vernahm war der Gestank des Katzenfutters. Ein absoluter Vegetarierhorror. Da gefielt mir die Beilage in Form von Haferflocken besser. Leider mochte die Kleine weder das eine noch das andere, sodass ich mir nach der zweiten Nacht Sorgen machte. Als ich sie dann zum zweiten Mal wiegen konnte war klar: Lotte nahm immer weiter ab. Ich hatte sie aber bekommen, damit sie zunehmen sollte. Ich wusste nicht woran es lag und machte mir sorgen. Ich setzte sie in eine kleine Transportbox um mich auf dem Weg zur Igelstation zu machen und dort Rat zu suchen. Aber bis dahin kam ich nicht. Auf dem Küchentuch, welches das vorläufige Igelbett bildete, sah ich, dass Lotte Blut im Kot hatte. Also änderte sich das Ziel von Igelstation zu Tierarzt. Dort habe ich sie abgegeben und eine Stunde später, nachdem der Tierarzt Zeit hatte, angerufen. Die kleine Igeldame hatte eine Darmentzündung und musste beim Tierarzt bleiben. Wenn sie wieder fit ist, wird sie in die Igelstation gebracht. Es sieht sehr gut aus für die Kleine, weil wir rechtzeitig da waren.

Es waren nicht einmal zwei ganze Tage, aber es war ein tolles Erlebnis! Igel sind sehr tolle Tiere, denen wir unbedingt helfen müssen, wenn sie zu klein sind und der Winter naht. Also bitte immer schön die Augen offen halten und handeln. Und falls man selbst keine Zeit oder Lust hat einen Igel aufzupäppeln gibt es viele Pflegestellen, die sich um die Kleinen kümmern. Nur nicht zögern :)

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Kommentare: 4
  • #1

    Josy (Sonntag, 07 Mai 2017 17:37)

    Ich finde auch, dass Igel ganz tolle Tiere sind. Als ich ziemlich am Stadtrand bzw fast ländlich gewohnt habe, konnte ich oft Igel sehen. Damals wohnte ich im Souterrain und einmal krabbelte sogar ein Igel bis an mein Fenster. Habe mich damals total erschrocken, weil ich schon geschlafen hatte ^^ Jetzt wohne ich wieder etwas zentraler, aber auch hier gibt es viele Igel und daher hängen zur Winterzeit viele Flyer von einer nahegelegenden Igelstation, wo man gefundene Igel abgeben kann. Finde es daher so toll von dir, dass du dich auch um diese kleinen Findelkinder kümmerst. Du hast genau richtig gehandelt und Lotta geht es jetzt bestimmt super.

    liebe Grüße
    Josy von https://dasfraeuleinwunder.de

  • #2

    Dani (Sonntag, 07 Mai 2017 20:04)

    Ich habe bis jetzt nur 3 Mal in meinem Leben einen Igel gesehen, obwohl ich bis auf ein paar Jahre immer auf dem Dorf gewohnt habe :(
    Ich werde mir auch wieder was suchen, wo ich Tieren helfen kann. Ohne wie ein Trottel behandelt zu werden ;)
    Die Lotte war ja mein erster und bis jetzt einziger Igel. Aber ich würde es gerne wieder machen.

  • #3

    Vera Jüngling (Donnerstag, 11 Mai 2017 20:56)

    Super lieb von dir, dass du das gemacht hast! Wir hatten als Kind auch manchmal einen zum aufpäppeln zu Hause �

  • #4

    Heidi R (Samstag, 18 November 2017 11:17)

    ich wohnte mal in einer Mietwohnung mit kleinem Garten und eine Nachbarin sah einen Igel in meinem Garten wandert und sie sagte sich dort ist er in Sicherheit.
    Ich denke der Igel hat vielleicht dort seinen Winterschlaf gehalten und bestimmt was zu fressen gefunden.
    Dort gab es einen Komposthaufen, wo ich vom Rasenmäher immer den Korb ausleerte, laub und auch Kaffeefilter, Eierschalen, Obstabfälle, Teeblätter, alles was auf den Komposthaufen darf, hatte einen Kollegen und er sagte mir was noch auf den Komposthaufen darf (dessen Vater hatte einen Garten).
    Es gab auch Haselnußsträucher, ich konnte nie eine Haselnuß ernten, weil wenn die Erntereif waren holten sich alle die Eichhörnchen und die klauten sogar die Erdnüsse aus den Netzen die ich für die Vögel raus hängte, ohne das Netz zu beschädigen, ich beobachte das mal.