Wie du dir beim Nähen viel Ärger ersparst - Fadenchaos und blanke Nerven

Da war er also mal wieder, der Wunsch etwas selbst zu nähen. Eigentlich wollte ich mit meiner

100 €-Lidl-Singer nichts mehr nähen. Die letzten Male haben mich sicherlich 10 Jahre meines Lebens gekostet. Ich habe mich so aufgeregt und das Wohnzimmer glich einer Militärzone. Deshalb wollte ich dieses Monster von einer Nähmaschine nie wieder benutzen und lieber für eine bessere sparen.

 

Na ja, was soll ich sagen. Meinen Wunschbetrag von ca. 500 € hatte ich leider noch immer nicht zusammen. Dafür aber den Wunsch, dringend einen Vorhang für das Küchenfenster zu nähen. Eine Leiste mit der rauen Seite eines Klettverschlusses hat die Vormieterin ja gnädigerweise da gelassen. Neben dem ganzen Müll, den sie geschickt sowohl in Keller als auch in der Garage versteckt hatte...aber das ist ein anderes Thema^^

 

Mein Vorhaben war recht simpel. Ein rechteckiges Stück Stoff mit 2 Seiten und oben einem Klettband. Ich schmiedete absichtlich keine großen Pläne, weil ich mich an das letzte Mal erinnern konnte, als ich etwas nähen wollte. Deshalb nahm ich 2 ganz normale Baumwollstoffe. Einfacher konnte es doch gar nicht mehr sein.

 

Nachdem ich sie dann irgendwie in die gleiche Größe gebracht habe, sollte es also losgehen. Hoch motiviert steckte ich also den Rand ab und begann zu nähen. Und siehe da, sie nähte. Ich nähte also alle 4 Kanten des ersten Stoffes um und war mit dem Ergebnis zufrieden. Bis...ja bis ich den Stoff umdrehte. Ich muss in diesem Moment ausgesehen haben wie das HB-Männchen. Oder Wile E. Coyote, wenn Roadrunner mal wieder an ihm mit heraus hängender Zunge vorbei flitzt und er wieder mit knurrendem Magen da steht. Ich schickte meiner besseren Hälfte folgende Nachricht aufs Handy: „Wenn du sehen willst, wie ich das Drecksteil von Nähmaschine gleich vor der Tür zertrümmere beeil dich nach der Arbeit. Heute ist es so weit. Kein Bock mehr“ und überlegte mir, ob ich sie auf die Pflastersteine oder auf die Stelle mit den kleinen Lavasteinchen werfe. Ich könnte ja auch abwechseln, mal da und mal da. So lange bis ich das Elend endlich los bin.

 

 

 

Da saß ich nun, an meinem kleinen quadratischen Tisch mit angeschwollenen Adern an der Schläfe. Mein Blick wanderte durch das Fenster nach draußen und ich beobachtete die Zweige der Birken am Rand des Grundstücks.

 

Irgendwie muss das eine beruhigende Wirkung auf mich gehabt haben (ja, ich mache das seitdem öfter^^) und ich überlegte mal wieder, warum mich diese Nähmaschine hasst. Sauber gemacht hatte ich sie vor kurzem. Neu geölt hatte ich sie auch. Neu eingefädelt waren sowohl Ober- als auch Unterfaden. Ich wagte den Versuch und stellte die Spannung des Unterfadens etwas um. Wieder nichts. Wieder Fadensalat auf der Unterseite meines Stoffes, der doch so gerne mal ein Vorhang werden wollte. Die VW Busse wollten doch so gerne in der Abendsonne an meinem Fenster glänzen und ein bisschen Hippieflair auf die Außenansicht der Wohnung zaubern. Stattdessen versanken sie hier in einem Wirrwarr von Nähgarn und einer großen Anhäufung diverser Kraftausdrücke meinerseits.

 

Ich ließ meinen Blick auch mal über meine verhasste Nähmaschine schweifen. Der Stoff war ganz normale Baumwolle. Das Garn ganz normales Garn. Garn von einem Discounter. Mhm. Genau das Garn, wovon ich schon so viel gelesen habe. Es soll nicht so gut sein. Aber für Baumwolle muss es doch reichen, oder? Es wird ja kein Kleidungsstück, welches Bewegung aushalten muss. Es wird nur ein Vorhang und es ist nur Baumwolle. Sollte das Garn tatsächlich der Übeltäter sein?

 

Jetzt hatte ich mich schon so lange geärgert, dann konnte ich auch noch das Garn wechseln. Discounter-Garn raus und neues Garn rein. Zur Hand hatte ich einen Nähkoffer von Ackermann, den ich vor Wochen bei einem Gewinnspiel gewonnen hatte. Also spulte ich von dem schwarzen Garn etwas auf, fädelte beide Fäden ein und legte los.

 

Im ersten Moment fiel mir auf, wie ruhig und gleichmäßig meine verhasste Billigmaschine nähte. Und nachdem ich ein paar Zentimeter genäht hatte, wagte ich einen Blick auf die Rückseite meines zukünftigen Vorhangs. Kurz nach meinem Blick hallte ein lautes Lachen durch meine Wohnung. Ich glaubte es nicht. Das Stichbild war...gut! Nichts war mehr verheddert, keine losen Schlaufen, keine Knoten! Einfach nur eine Naht!

 

 

Unter > Naht mit billigem Garn          Oben > Naht mit gutem Garn

Der ständige Ärger und das Rätselraten, warum mich diese Nähmaschine nicht mag hatte auf einen Schlag ein Ende. Es lag wirklich nicht an der Billigmaschine, es lag am Billiggarn. Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen, dass das Garn so viel Einfluss auf das Nähen haben kann. Klar, wenn man billiges Garn verwendet reißt es sicher schneller als hochwertiges Garn. Das dachte ich mir ja bereits. Aber, dass man mit dem Billiggarn nicht einmal eine vernünftige Naht auf ein Stück Baumwolle bekommt, wunderte mich und ich muss jetzt noch schmunzeln. Also wird mich meine billige Nähmaschine noch eine Weile begleiten, bis ich mir eine bessere leisten kann.

 

Zu der Erkenntnis gekommen bin ich mit dem Nähgarn von Ackermann. Ich habe vor einigen Wochen mal einen Koffer mit 36 verschiedenen Farben gewonnen und dachte mir das Nähgarn mal für etwas Besonderes zu benutzen. Habe ich ja jetzt auch, für die Erkenntnis, dass von gutem Nähgarn ein gutes Ergebnis abhängt.

 

Den Koffer mit dem Nähgarn findet ihr hier > http://amzn.to/2xX3Uz4

Er ist wirklich toll mit verschiedenen Farben, schön sortiert und immer griffbereit. 

Ich habe alles, was ich noch an Billiggarn hatte im Anschluss direkt in den Müll geworfen. Das tue ich mir nicht mehr an ;) 

 

Dani

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Kommentare: 1
  • #1

    Christine Springwald (Samstag, 11 November 2017 21:51)

    Ich ärger mich auch immer mal wieder über meine nicht ganz so billige Singer. Einmal eingeschickt, schon gings endlich. Zickt aber immer mal wieder - egal bei welchem Garn. Muss wohl weiter probieren ;-)